• Die Peruanische Gesellschaft

     

    Verwaltungsgliederung von Peru

    Lima

    Marginalviertel in Lima

    Kirche in Huancabamba

    indigene Marktfrau

    Indigena im Norden von Peru

    „Marterl“ in Pozuzo

    Lebensbedingungen in Peru

    Peru gilt als ein potentiell reiches und entwicklungsfähiges Land. Es ist das drittgrößte Land Südamerikas, das drei Großlandschaften aufweist: Die Costa, eine über 2000 km lange, schmale und wüstenartige Küstenregion, die Sierra und Montaña, die Andenregion mit dem 6768 m hohen Huascarán und die Selva, die flache Urwaldregion.
    Die Gesamtbevölkerung beträgt 2018 rund 32 Mio, wovon fast die Häfte in der Küstenregion lebt. In den Tälern und auf den Hochplateaus der Sierra mit einer Durchschnittshöhe von 3000 m leben die Kleinbauern hauptsächlich von der Subsistenzwirtschaft. Östlich der Bergregion beginnt die dünnbesiedelte Dschungelregion. Das ganze Jahr über herrscht dort feucht-schwüle Tropenhitze mit 26° C Durchschnittstemperatur, und es regnet viel. Nur etwa 10% der Gesamtbevölkerung lebt hier in Flusssiedlungen und einigen Indianerreservaten.

    Metropolisierung und Marginalisierung in Lima

    Metropolisierung ist ein Verstädterungsprozess, der besonders in den Entwicklungsländern auf eine einzige Stadt, hier die Hauptstadt Lima, ausgerichtet ist, so dass diese zu der das ganze Land beherrschenden Metropole wird.

    Um 1700 lebten noch 85% der Bevölkerung auf dem Land und 15% in den Städten. Auch in den nächsten 200 Jahren änderte sich an dieser Relation kaum etwas, denn noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts betrug das Verhältnis 80 zu 20. In Lima setzte der eigentliche Verstädterungsprozess erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts ein. Er lief mit einer enormen Geschwindigkeit ab, so dass der Anteil an der Stadtbevölkerung inzwischen 72% beträgt. In der Metropolregion Lima (Lima und Callao) leben heute mehr als 10 Mio Menschen. Die Industrialisierung des Landes hat dazu beigetragen, dass Lima eine Magnetfunktion für das gesamte Land entwickelt.

    Marginalviertel

    Der Begriff „marginal“ hat zwar eine räumliche Dimension, denn es handelt sich bei der Mehrzahl der Hüttenviertel um Stadtrandsiedlungen; wichtiger ist aber die Einbeziehung der sozialen Komponente: Die Bewohner dieser Viertel nehmen auch im städtischen Sozialsystem eine Randstellung ein. Marginalisierung ist Abdrängung armer Bevölkerungsgruppen in Slumgebiete, die dort am Rande des Existenzminimums leben.

    Die Attraktivität der Städte beruht wesentlich auf realen und potenziellen Vorteilen und wird durch die Ausbreitung moderner Massenkommunikation noch verstärkt. Die Einkommensmöglichkeiten in den Städten sind oft besser, mit allerdings großen Unterschieden für die verschiedenen Schichten. Hinzu kommt ein in der Regel besserer Zugang zu medizinischen Diensten und Ausbildungsmöglichkeiten. Dadurch werden so genannte Pull-Effekte erzeugt. Hinzu kommt der Push-Effekt defizitärer ländlicher Entwicklung …“

    (Quelle: Ingomar Hauchler u.a. (Hrsg.): Globale Trends 2002. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag 2001, S. 103)

    Religionen

    Die große Mehrheit der peruanischen Bevölkerung ist christlich und man kann eine große Vielfalt an religiösen Festen und Ritualen beobachten, die zum größten Teil auf die katholische Tradition der spanischen Kolonialherren zurückgehen, aber es gibt auch viele Elemente vorkolombinischer Kulturen. Rund 89 % der Bevölkerung ist katholisch, rund 7 % gehört protestantischen Kirchen und 6 % anderen Religionen an.

    Ethnien

    Peru ist neben Bolivien und Guatemala eines der drei Länder Lateinamerikas mit einem großen Anteil indigener Bevölkerungsgruppen. 37 Prozent der Einwohner sind Mestizen, etwa 47 Prozent Ureinwohner. Letztere gehören überwiegend zu den Quechua und Aymará sprechenden Völkern. 15 Prozent sind europäischer Abstammung und auf vier Prozent wird der Anteil der Afroperuaner geschätzt. Die übrigen drei Prozent sind asiatischer Abstammung, hauptsächlich Chinesen und Japaner; Peru weist den größten Anteil an chinesischstämmiger Bevölkerung in ganz Lateinamerika auf. In Pozuzo und Oxapampa im Departement Pasco lebt seit dem 19. Jahrhundert eine assimilierte Minderheit von Rheinländer und Tiroler Siedlern, welche sich überwiegend in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ansiedelten.

    Im Regenwald des peruanischen Amazonasgebietes leben einige isolierte Völker. Zu ihnen gehören (vermutlich) 5.000 Menschen, die sich in 12 nicht sesshafte Ethnien aufteilen. Daneben weitere 1.500, die bereits Kontakt mit der peruanischen Zivilgesellschaft haben. In Ucayali wurden besondere Schutzgebiete für sie geschaffen, so jene der Murunahua (470,305 ha), Mascho Piro (816,057 ha) und Isconahua (298,487 ha).

    (Quelle Wikipedia)

     

    Sprachen

    Die am meisten verbreitete Sprache in Peru ist Spanisch, das ca. 84 % der Bevölkerung als Muttersprache sprechen. Außerdem gibt es zahlreiche indigene Sprachen, von welchen das Quechua und das Aymara die verbreitetsten sind. An einigen Orten haben Einwanderer die Sprache ihres jeweiligen Herkunftslandes bewahrt, so z. B. Deutsch im Departamento Pasco oder Italienisch im Departamento Junín. Die Anzahl der Sprecher dieser Sprachen in Peru ist aber minimal.